It’s not midnight yet

Boy Vereecken’s hommage to Martyl Langsdorf

It was around noon when I met Boy Vereecken, graphic designer of the exhibition Tell me about yesterday tomorrow, at the Munich Documentation Centre for the History of National Socialism. He and his studio chose a clock as the main design of the exhibition, referring to the so-called symbolic Doomsday Clock created by Martyl Langsdorf.

Vereecken describes his practice as follows: “A general methodology in our office is to use existing things, this is called ‘as found’ which is also referring to a book on brutalist architecture. There ‘as found’ describes a way of looking at things that are already there. The identity for Tell me about yesterday tomorrow is basically an hommage on Martyl Langsdorf. It’s an existing thing that is readopted.”

Who was Martyl Langsdorf? One of her designs went iconic, even though she didn’t get broad attention. It was her, who created the Doomsday Clock image for the June 1947 cover of the Bulletin of the Atomic Scientists. Since then, the iconic symbol of the Doomsday Clock is used to indicate the likelihood of a man-made global catastrophe. If the clock shows midnight, this scenario would occur.

Boy Vereecken elaborates on his design: “The original clock on the cover of the Bulletin of the Atomic Scientists is of course tilted and it’s seven minutes before midnight. We adopted this more as a kind of watermark that can continuously be used over images.” He explains, “The title Tell me about yesterday tomorrow is time based, so I was looking into a way of potentially creating a narrative within the design. For a lot of our designs we try to create narratives rather than logos, something that can continuously support or also explain an exhibition or an identity.”

The Doomsday Clock is still running. The Bulletin of the Atomic Scientists is publishing an updated version of it once a year in January. In 2020 the Doomsday Clock was set 100 seconds before midnight. It’s never been closer to the apocalypse. But in the exhibition design the clock shows a different time. Boy Vereecken explains why: “For the fact that ‘yesterday’ has to be crossed out, one of the clock’s hands basically erases the word ‘yesterday’. If I put it two minutes before midnight, which was the situation the world was in when we’ve developed the design, then it would also cross out ‘tomorrow’, which would be less hopeful.”

I’m glad that “tomorrow” stayed. Compared to a regular clock, the Doomsday Clock is a non-linear system. Ever since Martyl Langsdorf created the iconic design in 1947 the minute hand changes back and forth to midnight. It functions as a perpetual warning. Something must change, otherwise the clock keeps running. It’s time to reflect and learn something from the past in order to shape the future.

Der Text erschien am 24.02.2020 auf dem Blog der Ausstellung Tell me about yesterday tomorrow des NS-Dokumentationszentrums München

Königliche Ziegel

Kinder packt die Badehose ein, wir gehen ins Museum! Auch dieses Jahr wird wieder Gegenwartskunst aus der Pinakothek der Moderne, dem Museum Brandhorst und privaten Sammlungen im von König Ludwig II. errichteten Schloss Herrenchiemsee gezeigt. Die “Königsklasse IV” ist aber viel mehr als nur ein schöner Ausflug zum Chiemsee – hier wird den Besuchenden eine innovative Kunstvermittlung und ein Einblick in die Sammlungsarbeit der Museen geboten…

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WANN: Noch zu sehen bis 3. Oktober.
WO:
Schloss Herrenchiemsee, Chiemsee, Bayern.

Blaue Tiefen

Vor dem Eingang der Ausstellung hängt ein kleines Hinweisschild: “Liebe Besucherinnen und Besucher, wir möchten Sie aus Jugendschutzgründen darauf hinweisen, dass in der Ausstellung “Miriam Cahn. Ich als Mensch” sexuell explizite Darstellungen enthalten sind.” In der von Jana Baumann kuratierten Ausstellung im Haus der Kunst werden über 150 Arbeiten der Schweizer Künstlerin gezeigt, wobei vor allem eines zu erkennen ist: Je neuer die Werke, desto provokanter ihr Inhalt. Für schwache Nerven und konservative Gemüter sind Miriam Cahns (*1949) Arbeiten nicht geeignet. Das ist auch gut so, denn Kunst ist ja bekanntlich nicht dafür gemacht, zu gefallen…

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WANN: Noch zu sehen bis 27. Oktober.
WO: Haus der Kunst, Prinzregentenstraße 1, 80538 München. 

Bildcredits: Miriam Cahn, BLAU und händehochentblösst, 2019
Ausstellungsansicht / Installation view Haus der Kunst
Foto: Jens Weber, München

Poetischer Protest

Es sind schwierige Thematiken, brutale Erlebnisse und traurige Wahrheiten, mit denen sich der indische Künstler Amar Kanwar beschäftigt. Erstaunlich leise und poetisch präsentieren sich jedoch seine Videoarbeiten im Espace Louis Vuitton. Als Künstler mit aktivistischer Ader verfolgt Kanwar einen Bildungsauftrag, den ihr nun in München sehen, hören und auf euch wirken lassen könnt.  Seit Ende der 90er Jahre bewegt sich Amar Kanwar (*1964) nun an der Schnittstelle zwischen Kunst, Aktivismus und Dokumentarfilm. Es sind vor allem die politischen, ökologischen und sozialen Probleme, die den Künstler bis heute beschäftigen…

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WANN:  Die Ausstellung ist noch bis zum 15. September zu sehen.
WO:  Espace Louis Vuitton, Maximilianstraße 2a, 80539 München.

Eindrücklich

Die körperliche Präsenz der Werke ist spürbar, fast greifbar. Haptische Oberflächen und fließende Formen ziehen sich durch den Ausstellungsraum des Kunstvereins. Von elektronischer Musik beschallt sind hier verschiedene, prothetische Objekte spielerisch im Raum platziert. Gegen den Drang des Berührens müssen die Betrachtenden jedoch ankämpfen. In Eva Fàbregas Ausstellung “Those things your fingers can tell” darf man sich nicht verführen lassen, denn Anfassen ist hier verboten…

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WANN: Die Ausstellung ist noch bis zum 5. Mai zu sehen.
WO: Kunstverein München, Galeriestraße 4, 80539 München.

 

Upgrade für die Landschaftsmalerei

Landschaftsmalerei klingt erst einmal nicht besonders aufregend. Es ist ein Genre, mit dem wir Alte Meister und vergangene Epochen verbinden – nicht unbedingt die Werke einer jungen, zeitgenössischen Künstlerin. Doch Hell Gette schafft es das verstaubte Sujet wieder topaktuell werden zu lassen. Wie? Ganz einfach. Mit Emojis und Photoshop. Die Künstlerin bedient sich der digitalen Formensprache des 21. Jahrhunderts und kreiert damit Werke zum schmunzeln…

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WANN: Die Ausstellung ist noch bis zum 9. März zu sehen.
WO: Galerie Karl Pfefferle, Reichenbachstraße 47-49, Rückgebäude, 80469 München.

Foto: Installationsansicht © Hell Gette und Galerie Karl Pfefferle, Fotocopyright: Peter Langenhahn

Anarchie im Museum

Es ist ein Bild der Zerstörung. Eingefallene Decken, kaputte Kronleuchter und bröckelnde Wände. Hier herrscht das Chaos, das Museum wird zur Ruine. Verantwortlich dafür ist jedoch keine Naturkatastrophe oder Terrorangriff, sondern ein Künstler: Thomas Hirschhorn.

Hirschhorn hat Großes vor, er möchte das Kunstverständnis in der Institution Museum revolutionieren und ein Museum der Zukunft etablieren. “Never Give Up The Spot” heißt seine aktuelle Ausstellung in der Villa Stuck, in der er den alten Atelierbau in eine Ruinenlandschaft über drei Stockwerke verwandelt. Mit einfachen, alltäglichen Materialien gestaltete Hirschhorn ein Kunstwerk, das gleichzeitig zu einer Skulptur und zu einer Ruine wird. Auf den ersten Blick regiert hier das reine Chaos. Riesige Brocken aus Pappe, Bahnen aus Klebeband und besprühte Wände empfangen die BesucherInnen. Die reine Zerstörung ist hierbei aber nicht das Ziel….

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WANN: Die Ausstellung ist noch bis 3. Februar 2019 zu sehen.
WO: Museum Villa Stuck, Prinzregentenstr. 60, 81675 München