Blaue Tiefen

Vor dem Eingang der Ausstellung hängt ein kleines Hinweisschild: “Liebe Besucherinnen und Besucher, wir möchten Sie aus Jugendschutzgründen darauf hinweisen, dass in der Ausstellung “Miriam Cahn. Ich als Mensch” sexuell explizite Darstellungen enthalten sind.” In der von Jana Baumann kuratierten Ausstellung im Haus der Kunst werden über 150 Arbeiten der Schweizer Künstlerin gezeigt, wobei vor allem eines zu erkennen ist: Je neuer die Werke, desto provokanter ihr Inhalt. Für schwache Nerven und konservative Gemüter sind Miriam Cahns (*1949) Arbeiten nicht geeignet. Das ist auch gut so, denn Kunst ist ja bekanntlich nicht dafür gemacht, zu gefallen…

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WANN: Noch zu sehen bis 27. Oktober.
WO: Haus der Kunst, Prinzregentenstraße 1, 80538 München. 

Bildcredits: Miriam Cahn, BLAU und händehochentblösst, 2019
Ausstellungsansicht / Installation view Haus der Kunst
Foto: Jens Weber, München

Poetischer Protest

Es sind schwierige Thematiken, brutale Erlebnisse und traurige Wahrheiten, mit denen sich der indische Künstler Amar Kanwar beschäftigt. Erstaunlich leise und poetisch präsentieren sich jedoch seine Videoarbeiten im Espace Louis Vuitton. Als Künstler mit aktivistischer Ader verfolgt Kanwar einen Bildungsauftrag, den ihr nun in München sehen, hören und auf euch wirken lassen könnt.  Seit Ende der 90er Jahre bewegt sich Amar Kanwar (*1964) nun an der Schnittstelle zwischen Kunst, Aktivismus und Dokumentarfilm. Es sind vor allem die politischen, ökologischen und sozialen Probleme, die den Künstler bis heute beschäftigen…

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WANN:  Die Ausstellung ist noch bis zum 15. September zu sehen.
WO:  Espace Louis Vuitton, Maximilianstraße 2a, 80539 München.

Eindrücklich

Die körperliche Präsenz der Werke ist spürbar, fast greifbar. Haptische Oberflächen und fließende Formen ziehen sich durch den Ausstellungsraum des Kunstvereins. Von elektronischer Musik beschallt sind hier verschiedene, prothetische Objekte spielerisch im Raum platziert. Gegen den Drang des Berührens müssen die Betrachtenden jedoch ankämpfen. In Eva Fàbregas Ausstellung “Those things your fingers can tell” darf man sich nicht verführen lassen, denn Anfassen ist hier verboten…

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WANN: Die Ausstellung ist noch bis zum 5. Mai zu sehen.
WO: Kunstverein München, Galeriestraße 4, 80539 München.

 

Upgrade für die Landschaftsmalerei

Landschaftsmalerei klingt erst einmal nicht besonders aufregend. Es ist ein Genre, mit dem wir Alte Meister und vergangene Epochen verbinden – nicht unbedingt die Werke einer jungen, zeitgenössischen Künstlerin. Doch Hell Gette schafft es das verstaubte Sujet wieder topaktuell werden zu lassen. Wie? Ganz einfach. Mit Emojis und Photoshop. Die Künstlerin bedient sich der digitalen Formensprache des 21. Jahrhunderts und kreiert damit Werke zum schmunzeln…

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WANN: Die Ausstellung ist noch bis zum 9. März zu sehen.
WO: Galerie Karl Pfefferle, Reichenbachstraße 47-49, Rückgebäude, 80469 München.

Foto: Installationsansicht © Hell Gette und Galerie Karl Pfefferle, Fotocopyright: Peter Langenhahn

Anarchie im Museum

Es ist ein Bild der Zerstörung. Eingefallene Decken, kaputte Kronleuchter und bröckelnde Wände. Hier herrscht das Chaos, das Museum wird zur Ruine. Verantwortlich dafür ist jedoch keine Naturkatastrophe oder Terrorangriff, sondern ein Künstler: Thomas Hirschhorn.

Hirschhorn hat Großes vor, er möchte das Kunstverständnis in der Institution Museum revolutionieren und ein Museum der Zukunft etablieren. “Never Give Up The Spot” heißt seine aktuelle Ausstellung in der Villa Stuck, in der er den alten Atelierbau in eine Ruinenlandschaft über drei Stockwerke verwandelt. Mit einfachen, alltäglichen Materialien gestaltete Hirschhorn ein Kunstwerk, das gleichzeitig zu einer Skulptur und zu einer Ruine wird. Auf den ersten Blick regiert hier das reine Chaos. Riesige Brocken aus Pappe, Bahnen aus Klebeband und besprühte Wände empfangen die BesucherInnen. Die reine Zerstörung ist hierbei aber nicht das Ziel….

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WANN: Die Ausstellung ist noch bis 3. Februar 2019 zu sehen.
WO: Museum Villa Stuck, Prinzregentenstr. 60, 81675 München

Ernste Angelegenheit | Examensausstellung 2018

Die Lage wird wortwörtlich ernst. Ein neues Kapitel beginnt für die Studierenden. Sie haben gefeiert, gelernt und sich selbst gefunden in den hohen Räumen der Akademie, in denen sie nun, am Ende ihres Studiums, zum letzten Mal ihre Kunstwerke präsentierten.

Es wurde emotional und der Zitronensaft floss während der Verleihungszeremonie – nicht nur die Absolventeninnen, auch Professor Wähner wird die Akademie verlassen und in den Ruhestand gehen. Das letzte Mal verteilte er die Zeugnisse in Form von Küchenhandtüchern – damit der Abschluss zumindest einen praktischen Nutzen hat. Unter dem Titel „ernst“ fand die diesjährige Examensausstellung vom 19.-21. Oktober 2018 statt und zeigte die Abschlussarbeiten der 28 Absolventinnen, die wohl unterschiedlicher nicht sein könnten. Eigenständige Formensprache, die unterschiedlichsten Materialien und innovative Herangehensweisen begegneten den Besucherinnen am Wochenende…

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WO: Akademie der bildenen Künste München, Akademiestraße 2-4, 80799 München.

Zu Tränen gerührt

Detektivisch, voyeuristisch und dokumentarisch. Begriffe, die die Arbeitsweise der französischen Künstlerin Sophie Calle nur zu gut beschreiben. Im Münchner Espace Louis Vuitton wird neben einer klassischen Werkreihe aus den 80ern auch eine neuere Arbeit ausgestellt, die eine andere Herangehensweise und große Emotionen zeigt.

Zuerst wenden sie uns ihren Rücken zu, dann drehen sie sich, nach und nach, langsam um. Wehmütige, lachende und mit Tränen gefüllte Augen blicken die Betrachtenden nun direkt an. Es ist ganz still…

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WANN: Die Ausstellung ist noch bis 24. Februar zu sehen.
WO: Espace Louis Vuitton, Maximilianstraße 2a, 80539 München

Foto: Sophie Calle: Voir la Mer, 2011. Exhibition view at Espace Louis Vuitton München Courtesy of the artist, Perrotin and Fondation Louis Vuitton, Photo: Louis Vuitton / Christian Kain.

In Stein gemeißelt – Fabio Viale

Am liebsten würde ich es anfassen. Ein bisschen dagegen klopfen. Nur um zu sehen ob es wahr ist. Fabio Viales Skulpturen bestehen aus Marmor aber der italienische Künstler lässt seine Oberflächen einfach verblüffend authentisch erscheinen. Egal ob Holz, Gummi oder Plastik – der Künstler kreiert mit seinen Kunstwerken täuschend echte Nachbildungen von gewöhnlichen Alltagsobjekten und bekannten Statuen. Im Gegensatz zu ihrer äußeren Form sind die Proportionen der Skulpturen ganz und gar nicht realistisch. Zu sehen sind lebensgroße Dübel und fragil wirkende Obstkisten, die jedoch aus massivem Marmor bestehen und einen starken Kontrast zu den antiken Statuen in der Glyptothek bilden.

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Fabio Viale

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Fabio Viale

Inmitten der Dauerausstellung positionieren sich die unkonventionellen Marmorstatuen Viales, die die Betrachtenden zweimal hinsehen lassen. Neben seinen Alltagsgegenständen befinden sich auch Werke, deren Vorbilder sich in der Kunstgeschichte wiederfinden. Viales Venere Italica wirkt auf den ersten Blick wie eine Nachbildung des berühmten Originals von Antonio Canova, jedoch mit einem großen Unterschied – sie ist tätowiert. Über Schultern, Rücken und Gesäß spannt sich ein großes Gemälde, welches an die Tattoos der japanischen Mafia erinnert. Dabei bringt der Künstler das klassische Thema der Venus pudica, die perfekte Schönheit, die sich im Moment der Entblößung befindet, in Zusammenhang mit kriminellen Untergrundorganisationen und betrachtet somit die gesellschaftliche Stellung der Körperkunst kritisch.

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Fabio Viale

Fabio Viale, ein Künstler der Täuschung, spielt mit unseren Erwartungen und Sehgewohnheiten. Die Ausstellung “In Stein gemeißelt” ist noch bis zum 30. September in der Glyptothek zu sehen und ist einen Besuch wert für jeden, der sich gerne wundert.

WANN: bis zum 30. September 2018
WO: Glyptothek, Königsplatz 3, 80333 München

Big Sister is watching you

Neben öffentlichen Plätzen und dem Internet kann man sich nun auch in der Nir Altman Galerie observieren lassen. Noa Gur beschäftigt sich in ihrer raumgreifenden Installation “Feld” mit verschiedenen Perspektiven des Körpers im kontrollierten, überwachten Raum…

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Noa Gur
Feld, 2018
Nir Altman Galerie

WANN: bis zum 04. August 2018
WO: Nir Altman Galerie, Ringseisstrasse 4, 80337 München

 

Dan Flavin – Untitled (for Ksenija)

Gerade eben war es noch kühl. Grün und blau schimmerten die Betonpfeiler im Kunstbau. Jetzt, ein paar Schritte weiter wirkt der Raum ganz anders. Rottöne verteilen sich auf den Wänden und dem Boden. Die Treppe wirkt plötzlich fliederfarben – oder doch eher rosa? Keine Angst, ich habe keine bewusstseinserweiternden Substanzen zu mir genommen. Die aktuelle Ausstellung  im Kunstbau „Untitled (for Ksenija)“ wurde von Dan Flavin entworfen, dem Meister des Lichts und das bereits 1994. Vor 24 Jahren, zur Eröffnung des Kunstbaus, gestaltet Flavin eigens dafür die Installation, welche nun erneut gezeigt wird.

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Kunstbau4.jpgInsgesamt sind vier verschiedenfarbige Lichtschienen aus Neonröhren parallel an der Decke des Ausstellungsraumes angebracht. Rot, Gelb, Blau und Grün. Flavin bedient sich dabei an den Primärfarben, die die Architektur des Raumes bespielen. Nicht nur die Wände, der Boden und die Einbauten werden dabei von dem Licht in Szene gesetzt, auch die BesucherInnen werden von den Farbprojektionen bestrahlt. Mit jedem Schritt fällt das Licht etwas anders und der gesamte räumliche Eindruck verändert sich. Zusätzlich erinnert die schienenartige Installation der Lichter an den darunter liegenden U-Bahnhof, der ebenfalls mit Neonröhren ausgestattet ist.

WANN: bis zum 30. September
WO: Kunstbau, im Zwischengeschoss des U-Bahnhofs Königsplatz, München