Jeff Koons – Balloon Dog (Blue)

Als ich vor ein paar Wochen das Broad Museum besuchte, wusste ich noch nichts von deren großen Jeff Koons Sammlung (Insgesamt besitzen sie 35 Werke). Ich spazierte durch die Gänge, bog links ab und vollkommen unerwartet stand auf einmal der Balloon Dog (Blue) vor mir. Jeder kennt die bunten Luftballon Hunde. Ich habe schon zahlreiche Abbildungen von ihnen gesehen. Auch gelesen hatte ich schon einiges und bis zu diesem Zeitpunkt war ich nicht besonderes fasziniert von den Balloon Dogs. Doch als er vor mir stand konnte ich meine Augen nicht mehr abwenden. Mit den Maßen 121 x 143 x 45 ist er beeindruckend groß, was von einem niedrigen Podest unterstützt wird. Die Stahloberfläche spiegelte mich und meine Umgebung wieder und mit jedem Schritt verändert sich das dabei entstehende Bild. Auch die wabenförmige Fassade des Broad Museum, die durch die Glaswände zu sehen ist, trägt ihren Teil dazu bei. Zudem war ich dann doch sehr ehrfürchtig, als ich vor einem so bekannten Kultobjekt stand. Kunstwerke im echten Leben oder nur auf Fotografien zu sehen, ist nicht vergleichbar.

Jeff Koons, der Künstler des Werkes, hat ebenfalls einen Kultstatus erlangt. Mit seinem Balloon Dog (Orange) brach er alle bisherigen Rekorde und erzielte einen Verkaufswert von über 43 Millionen Euro. Die Ballon Hunde sind Teil seiner Serie, in der er sich mit Ikonen, Ritualen, Symbole von Geburtstagsfeiern, Urlauben und dergleichen auseinandersetzt. Koons hat die Zeit angehalten und den Ballon Hund für die Ewigkeit geschaffen, indem er das Material und die Größe vollkommen verändert.

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Jeff Koons – Balloon Dog (Blue)

Insgesamt habe ich wohl ca. 25 Minuten bei dem Balloon Dog (Blue) verbracht, so sehr hat er mich beeindruckt. Ich kam mir vor als hätte ich einen Prominenten getroffen, ohne dass ich wusste ein Fan zu sein.

Cindy Sherman – Imitation of Life

Es ist kaum zu glauben, dass auf den 120 Fotografien der Ausstellung immer die selbe Person zu sehen ist. Ein Schulmädchen, eine gealterte Filmdiva, die Mutter Gottes, eine verwahrloste Frau oder eine schwarze Tänzerin, Cindy Sherman kann sich in jeden verwandeln. Vom 11.06.16 bis zum 02.10.16 konnte man im The Broad Museum, Los Angeles, nach 20 Jahren die erste große Ausstellung zu ihren Werken besuchen. Unter dem Titel „Imitation of Life“ wurde ein breites Spektrum ihrer Fotografien ausgestellt. Sherman ist bekannt für ihre Rollenspiele, bei denen sie von Medien beeinflusste, weibliche Stereotypen wiedergibt, indem sie mit Persönlichkeiten, Umgebungen und Gestalt spielt. Dabei arbeitet sie alleine in ihrem Studio und wird somit selbst zur Direktorin, Fotografin, Make-up Artist, Hairstylist und Subjekt. In ihren Arbeiten hinterfragt sie Identität, Repräsentation und die Rolle des Bildes in der zeitgenössischen Kultur. Die Ausstellung wurde von dem Gast Kurator Philipp Kaiser organisiert und legt den Schwerpunkt auf ihre Auseinandersetztung des Films und Berühmtheiten des 20 Jhd.

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Cindy Sherman – Untitled Film Stills (1977 – 1980)
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Cindy Sherman – Untitled #571

Hier könnt ihr eines ihrer neuesten Werke aus dem Jahr 2016 sehen. In Untitled 571 setzt sich Cindy Sherman als eine Schauspielerin zu Zeiten des Stummfilms in Szene. Sie kombiniert die Frau mit einem offensichtlich falschen Hintergrund, imitierter Malerei und verwendet gleichzeitig extreme digitale Effekte. Sherman benutzt in ihrer aktuellen Reihe eine neue Drucktechnik der Bilder. Die Werke sind in Farbe auf Metall gedruckt, was den Betrachter an die Aktualität erinnert, auch wenn die Motive nostalgisch wirken.

“She is one of the most important artists of our time, with a body of work that exemplifies the Pictures Generation—artists whose work came to fruition in the age of the proliferation of mass media imagery in the ‘80s, which is relevant to today’s image-saturated world,” Kurator Philipp Kaiser

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Cindy Sherman -Untitled #137
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Cindy Sherman – Untitled #216
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Cindy Sherman – Murder Mystery 1976

The Schindler House

Das Schindler Haus liegt so versteckt inmitten von hohen Bambus Sträuchern und Wohnhäusern, dass ich es zuerst übersah und noch einmal umdrehen musste. Als Rudolf Michael Schindler im Jahr 1922 den Pavillon errichtete, stand das Haus noch vollkommen frei in der Kingsroad. Folgt man dem Pfad zum Eingang des Hauses erblickt man eine grüne Oase. Umgeben von Bäumen, Sträuchern und Seerosenbeeten befindet sich eines der ersten modernen Häuser der Welt. Schindler definierte damit die Vorstellungen von öffentlich und privat, sowie innen und außen komplett neu. Außerdem entwickelte er dabei neue Maßstäbe für Design und Konstruktion in der modernen Architektur.

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Rudolf Michael Schindler – The Schindler House

Es existiert keine typischen Front Fassade, man muss das gesamte Gebäude erkunden, von innen und außen, um einen Eindruck des Konzepts zu bekommen. Schindler beschreibt seine Architektur als „Space Architectur“. Im Gegensatz zu damaligen herkömmlichen Konventionen nutze er keine Funktion, Ornamente, Struktur oder Oberfläche als Grundprinzip, sondern arbeitete mit dem Raum. Die Schiebetüren im ganzen Haus lassen sich einfach öffnen, wodurch die Grenzen zwischen draußen und drinnen verschwimmen. Ebenso wie das Gebäude werden also auch die Gärten als Wohnraum genutzt. Inspiriert von seiner Japan Reise ist das Design des Gebäudes von traditionellen japanischen Aspekten geprägt. Außerdem ließ er sich von dem Kalifornischen Klima, dem frühen europäischen Modernismus und den Pueblo Wohnungen in New Mexiko beeinflussen. Schwerer Beton wird von zerbrechlichen Rotholz ausgeglichen. Das Haus entwickelt ein ganz besonderes Raumklima.

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Rudolf Michael Schindler – The Schindler House

Eine weitere Besonderheit des Schindler Hauses sind die Schlafplätze, welche als permanente offene Räume auf dem Dach existieren (hier gut zu sehen, nur mit Holzbalken überdacht und von Pflanzen umwuchert). Von seiner Camping Erfahrung im Yosemite National Park beeinflusst, versucht Schindler das Gefühl der Freiheit einzufangen. Er hat Glück sein Haus an einem fast durchgehend warmen Ort wie Los Angeles errichtet zu haben 😉

 

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Rudolf Michael Schindler – The Schindler House
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Rudolf Michael Schindler – The Schindler House
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Rudolf Michael Schindler – The Schindler House