Achim Riethmann – GLOBAL

Was unternehme ich an einem Sonntag? Genau, ich gehe ins Museum. So bin ich auch während meines Sonntagsspazierganges durch Ulm an den Räumlichkeiten des Kunstvereins vorbei gekommen. Das Plakat der temporären Ausstellung fiel mir sofort ins Auge und ich habe spontan beschlossen noch einen kurzen Blick hineinzuwerfen – eine sehr gute Entscheidung. Ausgestellt sind leichte, fein gezeichnete Aquarelle, die in einem hellen Holzrahmen ausgestellt werden. Als Trennwände fungieren Holzgerüste, welche mit farbloser Folie bespannt sind. Ich habe mich sofort verliebt. Die Bilder entsprechen absolut meiner ästhetischen Vorstellung. Minimalistische Zeichnung, gedeckte Farben und filigrane Ausführung. Doch auf den zweitem Blick enthüllen die Aquarelle ihre nicht ganz so ästhetischen Motive. Gasmasken, Schutzanzüge und randalierende Menschenmassen sind zu sehen. Der in Berlin lebenden Künstler Achim Riethmann provoziert mit seinen Werken. Mit diesem Kontrast möchte er in erster Linie das Verhältnis von Mensch und Natur aufzeigen und in zweiter Linie auch die Folgen des menschlichen Handels in der Natur. Die dargestellten Figuren sind komplett aus dem Kontext gerissen worden und werden isoliert auf das Papier gebracht. Man frägt sich beim Betrachten: Was ist passiert? Es fehlen Bruchstücke des Motives und der Geschichte. Doch die Werke wirken keinesfalls unfertig, Riethmann hat sich einfach nur auf das Wesentliche konzentriert. Damit zeigt der Künstler dem Betrachter, dass seine Wahrnehmung nie vollständig sein kann. Die Wirklichkeit ist immer subjektiv.

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Achim Riethmann – GLOBAL
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Achim Riethmann – GLOBAL
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Achim Riethmann – GLOBAL
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Achim Riethmann – GLOBAL
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Achim – Riethmann – GLOBAL

Da der Besuch der Ausstellung so spontan war hatte ich leider nur eine Handykamera zur Verfügung, deswegen die mangelnde Qualität.

Die Ausstellung geht noch bis 26.03.17

weitere Informationen auf http://www.kunstverein-ulm.de